Von Dr. Anna Katharina Jacob
Das Problem ist seit Längerem bekannt und steht auf der Agenda der Politik: In Deutschland lebende Menschen, die ihren höchsten beruflichen oder akademischen Abschluss im Ausland erworben haben, bekommen diesen hier häufig nicht anerkannt und können nicht ihrer eigentlichen Qualifikation entsprechend arbeiten. Sie können dadurch ihre Potenziale und Kompetenzen nicht optimal entfalten.
Dies ist auch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit des Landes ein unhaltbarer Zustand, denn schon jetzt wird der Mangel an Fachkräften auf dem deutschen Arbeitsmarkt bitter beklagt, und der demografische Wandel der Bevölkerung wird die Situation immer weiter verschärfen. Entgegensteuern soll hier das Projekt ProSALAMANDER, in dem eine Nachqualifizierung von Studierenden mit ausländischem Hochschulabschluss erfolgt.
Das Projekt ProSALAMANDER (Programm zur Stärkung ausländischer Akademiker/innen durch Nachqualifizierung an den Universitäten Duisburg-Essen und Regensburg) wird seit Januar 2012 und mit vierjähriger Laufzeit mit 2,5 Millionen Euro von der Stiftung Mercator gefördert. In 12 bis 18 Monaten soll den Studierenden in bestimmten Fächern der Erwerb eines ersten deutschen Hochschulabschlusses ermöglicht werden.
Fachliche, sprachliche und methodische Nachqualifikation
Das heißt zunächst einmal, dass für einen in Deutschland anzuerkennenden und gleichwertigen Abschluss auch das entsprechende fachliche Qualifikationsniveau gegeben sein muss. Für jeden Einzelfall gilt es also festzustellen, welche Studieninhalte gleich bzw. vergleichbar sind und wo gegebenenfalls noch Nachbesserungsbedarf im Sinne von nachzuholenden Studienleistungen besteht. Darüber hinaus gilt es aber auch in vielen Fällen, die Studierfähigkeit sowie die Arbeitsfähigkeit in akademischen Berufen zu sichern, indem etwaige sprachliche und methodische Defizite identifiziert und behoben werden. An die Seite der fachlichen Nachqualifikation treten deshalb speziell entwickelte Sprachkurse – insbesondere für das notwendige Fachvokabular – und methodische Schulungen, die auch kulturelle Differenzen berücksichtigen.
Bundesweite Vorreiterrolle
Das Projekt ProSALAMANDER nimmt dabei bundesweit eine Vorreiterrolle ein und entwickelt zum einen Konzepte, wie Anerkennungs- bzw. Nachqualifizierungspfade ausländischer akademischer Absolvent/inn/en aussehen können, zum anderen Lehrmaterialien, die zielgruppengenaue Förderung ermöglichen.
Teilnehmende Studierende erhalten Stipendium
Dies geschieht mit einem deutlich ausgeprägten praktischen Bezug: Innerhalb des Pilotprojekts werden zwei Jahrgänge von Studierenden nachqualifiziert, die am Ende ihrer zwei- bis dreisemestrigen Programmteilnahme einen deutschen Abschluss erhalten sollen. Das Programm fokussiert sich voraussichtlich auf die Studienrichtungen Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, sowie die Medizin, sofern weitere Analysen einen entsprechenden Bedarf in diesen Fächern bestätigen. Die Teilnehmer/innen des Pilotprojekts – jeweils 16 pro Universität und Studierendenjahrgang – werden mit einem Stipendium der Stiftung Mercator gefördert, die Bewerbungsfristen und -modalitäten werden demnächst veröffentlicht.
Projektinformationen
Das Projekt erfolgt in Kooperation der Universitäten Duisburg-Essen und Regensburg, für die Universität Duisburg-Essen liegt die Projektleitung beim Prorektorat für Diversity Management, Prof. Dr. Ute Klammer.
Durch die Förderung der Stiftung Mercator können an der Universität Duisburg-Essen eigens zugeschnittene Angebote eingerichtet werden: Die Ausbildung von sprachlich-kulturellen Kompetenzen erfolgt im Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, in den beteiligten Fakultäten werden die Studierenden fachlich beraten und betreut und eine übergreifende Clearing-Stelle erstellt ein passgenaues Studien- und Nachqualifizierungskonzept für die einzelnen Programmteilnehmer/innen.
Weitere Informationen finden Sie in Kürze unter: www.prosalamander.de
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Interessierte können sich auch wenden an:
Dr. Anna Katharina Jacob
Projektkoordination
Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung (ZfH)
Universität Duisburg-Essen
Tel. 0203/379-7018
katharina.jacob@uni-due.de

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